Lieblingskuchen

Ein Kuchen, der Herzen höherschlagen und Familien zusammenkommen lässt:

Oft höre ich als Veganerin eine wiederkehrende Beschwerde von meinen Familienmitgliedern: „Mei, jetzt hab‘ ich einen Kuchen gemacht, aber dir brauch i eh keinen geben, du isst ihn ja eh nicht.“

Lange habe ich wegen genau solchen Situationen Ausnahmen im Veganer-Dasein gemacht, weil Essen für mich einfach sowas Soziales ist. Ich wollte die Köstlichkeiten meiner Oma/Tante/meines Papas usw. doch nicht verweigern. Das ist doch unhöflich und unverschämt, sowas macht man einfach nicht. Lange habe ich das so gesehen, bis mir irgendwann einmal drei Fragen untergekommen sind:

1. Ist mir die kurze Freude einer Person, wenn ich ihre (mit Liebe zubereitete) Speise esse, mehr wert als das Leben eines Tieres, das dafür leiden oder sterben musste? (Ich weiß, die Frage ist ungemütlich.)

2. Muss ich mich wirklich schlecht fühlen, nur, weil ich auf etwas verzichte, das sich für mich falsch anfühlt?

3. Kann es nicht sogar sein, dass die Menschen in meinem Umfeld durch meine vegane Lebensweise neue, leckere Rezepte ausprobieren und sich dann noch mehr freuen, wenn ihnen ein neues, veganes Gericht gelingt und auch noch supergut schmeckt?

Mit dieser Richtungsänderung meiner Denkweise habe ich gerade in meinem Verwandtenkreis viel bewegt. Von der Einsicht, dass eine Gemüsecremesuppe keinen Löffel Sauerrahm benötigt, um gut zu schmecken bis hin zu veganem Apfelschlangel, Pilzrisotto und Vanillekipferl war schon Vieles dabei, das ein All-Time-Favourite geworden ist. Auch meine Oma ist (trotz immer wieder kehrendem Kopfschütteln, wenn es mal nichts Veganes gibt und ich einfach nichts esse) schon öfters begeistert gewesen.

Den Grundstein für diese Denkweisen-Änderung legte im Mai 2019 tatsächlich dieser einfache Kuchen, den ich zur Firmung meines kleinen Bruders das erste Mal gemacht habe, damit ich auch eine Nachspeise essen kann. Zum Ende hin war der Kuchen ratzeputz weg gegessen und der andere (nicht vegane und sündhaft teure) Kuchen einer Konditorei kaum angerührt. Weil meiner einfach besser schmeckte. 😉 Seit diesem Erfolgserlebnis hat dieser Kuchen (in abgewandelter Form) schon einige Partys, Feste, Familienfeiern und Verwandtenbesuche bereichert und jetzt möchte ich ihn auch mit euch teilen. Viel Spaß beim Zubereiten!

Die Zutaten:

Trockene Zutaten:

400g Mehl (schmeckt mit weißem und mit Vollkornmehl, mit Vollkornmehl verlängert sich die Backzeit allerdings um ca. 5-10 min.)

1 Pkg. Backpulver

1 Pkg. Vanillezucker

200g Zucker (funktioniert mit Feinkristallzucker und Staubzucker)

1 große Prise Salz (ca. ½ Teelöffel)

 

Feuchte Zutaten:

280 ml Sojamilch

180 ml Rapsöl

Beispiel zum Verfeinern:

20 g Kakaopulver

100g Ribiseln

(den Teig halbieren und die Zutaten jeweils in die Hälfte geben)

Die Zubereitung:

Das Backrohr auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Danach einfach alle trockenen Zutaten gut vermengen und zum Schluss die feuchten Zutaten unterrühren. Besonders wichtig ist bei der Zubereitung von Kuchen, dass man die Zutaten mit so wenig Rühren wie möglich vermengt. Den Tipp (und übrigens auch das ursprüngliche Rezept, das ich dann immer wieder nach meinem Geschmack verändert und angepasst habe, bis es jetzt das ist, was es ist) habe ich von einer superlieben und talentierten Köchin aus der Schweiz, die sich auf veganes Catering spezialisiert hat. 😊

Zum Verfeinern teile ich den Teig meistens in eine Schoko-/Kakaohälfte und eine Fruchthälfte. Meiner Erfahrung nach funktioniert’s am besten, wenn die Kakaohälfte dabei unten ist. (Ich glaube, sie ist schwerer.) Ich habe aber schon viel probiert und egal ob verfeinert mit Schokostückchen, Marillen, Kirschen, Himbeeren oder als Marmorkuchen hat der Kuchen eigentlich immer super geschmeckt.

Ich backe den Kuchen zuerst für 30 min. auf 180°C Ober-/Unterhitze und gebe ihm dann noch einmal 10 min. mit 200°C Heißluft. Je nach Mehlart (und Ofen!) variiert die Backdauer jedoch erheblich und ich würde am besten warten, bis der Kuchen außen goldbraun ist und sich beim Hineinstechen mit dem Messer der Teig gut vom Messer löst. Ich persönlich mag es, wenn der Teig innen im heißen Zustand noch etwas klebriger ist, das wird dann beim Abkühlen weniger und der Kuchen schmeckt finde ich schön saftig. Ist aber – wie fast alles im Leben – Geschmackssache.

 

Woher kommen die Zutaten?

Mehl: Diesmal habe ich Vollkorn Weizenmehl von Ja! Natürlich verwendet (schmeckt aber auch mit weißem Mehl)

Bio-Backpulver von DM und Alnatura Bio-Vanillezucker

Natur Pur Bio-Rohrzucker vom Spar

Ur-Salz von Erntesegen (Johanna’s Naturladen)

Sojamilch von Joya (österreichisches Unternehmen, das Bio-Pflanzenmilchprodukte aus regional angebauten Rohstoffen herstellt) gibt’s bei Merkur, Billa, DM und (ich glaube) Spar

Rapsöl: irgendwo her 😉

Schwach entöltes Bio Kakao Pulver von DM

Ribiseln: eingefroren, aus dem Garten der Schwiegermami

 

Viel Spaß beim Backen und gutes Gelingen,

Kerstin

P.S.: Lasst mich in den Kommentaren gerne wissen, wie der Kuchen geworden ist und teilt es auch gerne mit, falls ihr Verbesserungsvorschläge habt!

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